Was sind Social Entrepreneurs?

WAS IST EIN SOCIAL ENTREPRENEUR, EINE SOZIALUNTERNEHMERIN?

Das Wort Social Entrepreneur hat Ashokas Gründer Bill Drayton geprägt.

Social Entrepreneurs arbeiten mit innovativen, tief greifenden Ansätzen daran, ein soziales Problem nachhaltig und großflächig zu lösen. Das ist Inhalt und Ziel ihrer Arbeit. Sie setzen sich etwa dafür ein, durch neue Wege im Bildungssystem benachteiligten Kindern zum Erfolg zu verhelfen, innovative Modelle zur Konfliktlösung in Krisenregionen zu schaffen, Strategien gegen Armut zu entwickeln oder Verständigung zwischen Nationalitäten oder Religionen zu ermöglichen.

Weil Social Entrepreneurs systemisch denken, zielen ihre Ansätze nicht auf lokale Projekte, sondern auf die Gesellschaft: Sie sind nicht interessiert daran, einen Kindergarten zu bauen, sondern ein besseres System der Kinderbetreuung im ganzen Land zu verbreiten. Sie sind nicht zufrieden, wenn ihr Konzept an einem Ort funktioniert, sondern wollen das zugrunde liegende Erfolgsrezept überall dorthin bringen, wo es gebraucht wird.

Social Entrepreneurs arbeiten in einem Bereich zwischen dem klassischen Unternehmer aus der Wirtschaft und non-profit Unternehmen. Sie haben den Unternehmergeist, die Visionskraft, den Pragmatismus, die Kreativität und den Willen zum Erfolg eines Wirtschaftsunternehmers. Jedoch zielen sie nicht auf Profit, sondern sind gemeinnützig orientiert. Ein erfolgreiches Sozialunternehmen hat einen Geschäftsplan, es vermarktet sein Produkt, kann seine Mitarbeiter finanziell erhalten und manchen erzielen Gewinne – diese werden aber nicht ausgeschüttet, sondern in ihr Projekt reinvestiert.

Wie viel Unternehmertum verträgt ein soziales Anliegen?

Für Ashoka ergänzen sich Unternehmertum und soziale Ziele. Unternehmertum ist hier im weiteren Sinne der „Unternehmung“ gemeint: als kreative Tätigkeit, als Aufbau eines innovativen, skalierbaren Konzepts. Der Unternehmer ist "schöpferischer Zerstörer" im Schumpeterschen Sinne.

Das Ziel von Social Entrepreneurs ist es nicht, ein profitables Business Modell zu stricken und Geld zu verdienen. Dem Social Entrepreneur geht es darum, das richtige Modell zu entwickeln und damit ein gesellschaftliches Problem nachhaltig zu lösen.

Verdienen Social Entrepreneurs Geld?

Der Inhalt und das Ziel der Arbeit von Social Entrepreneurs ist gemeinnütziger Natur. Sich selbst zu bereichern ist nicht ihr Ziel. Sie arbeiten daran, Menschen zu helfen, sich selbst zu helfen, und soziale Missstände zu lösen.

Die meisten Ashoka Fellows haben kein profitables Business. Sie haben ein Geschäftsmodell, das zumindest teilweise durch Subventionen und Zuwendungen finanziert wird. Warum ist das so? Es gibt im sozialen Sektor oft keinen Markt und kein freies Spiel von Angebot und Nachfrage, das es erlauben würde, einen Preis für Dienstleistungen zu nehmen. Saubere Flüsse in Indien sind wichtig – für die Umwelt, für die Menschen, für die Volkswirtschaft. Aber derjenige, der das dazu notwendige System implementiert und Kommunen, Politik und Betriebe in mühsamer Arbeit und gegen große Widerstände davon überzeugt, Klärsysteme zu bauen, wird für diese Arbeit nicht von Kommunen oder Betrieben bezahlt werden. Wer von Gewalt und Drogen geplagten Schulen hilft, hat es schwer, angemessen Geld zu verlangen: Schulen haben kein freies Budget, Eltern, Schüler und Lehrer müssen davon überzeugt werden, ihren Teil beizusteuern.

Allen Social Entrepreneurs ist es gemein, dass sie dort Einkommen generieren, wo sie können, und ihre Dienstleistung nicht verschenken. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Ziel. Und Nachhaltigkeit. Social Entrepreneurs, die profitabel werden, reinvestieren Gewinne wieder, um ihr Geschäftsmodell auszubreiten.

In Bereichen wie Umweltschutz, wirtschaftliche Entwicklung oder Gesundheit schaffen es mehr Social Entrepreneurs, Modelle aufzusetzen, die sich komplett selbst finanzieren. Aber auch das dauert meist seine Zeit: Die Grameen Bank, das weltweit erfolgreiche Mikrokreditinstitut, wurde 1973 von Muhammad Yunus, einem Mitglied unserer Ashoka Global Academy, gegründet und ist erst seit 1998 unabhängig von Spenden.